Un petit tour d’Europe en 3 semaines (1ère partie). / DE-ES-GB-ES-PT-DE-UA-DE (Teil 1).

„Wo warst Du die letzten drei Wochen?“, fragst Du mich sehnsüchtig aber stolz distanziert. – Antwort: Unterwegs. Gefühlt habe ich halb Europa durchreist. – Du (zickig und eigentlich desinteressiert) „Und wie war’s?“ – Ich: Etwas anstrengend weil unfit, aber schön. Sehr schön sogar. Nennenswert von der Urlaubsreise ist, dass wir innerhalb zwei Wochen immerhin geschafft haben, den südlichsten Punkt Europas Festland Tarifa zu erreichen, den britischen Boden in Gibraltar zu betreten, die wunderschöne und heiße Stadt Sevilla zu besichtigen und eine Pizza von einem Inder in Portugal zu essen. Touri-Programm durch und durch.

Von all den Bildern, die ich geschossen habe, ist mir vor allem dieses eine aus Tarifa im Kopf geblieben. Der Spruch „REFUGEES (Herz-Symbol) WELCOME. NO ONE IS ILLEGAL“ wurde auf offener Strasse auf einer weißen Mauer gesprüht. Im Hintergrund ist der Strand, das Meer und bei sehr guter Sicht die Küste Afrikas zu sehen. Mich hat dieses Bild getroffen. Getroffen, weil ich zum Teil in Tarifa erwartet habe, Flüchtlinge wortwörtlich stranden zu sehen. Ich fragte mich, wie ich reagieren würde, wenn vor mir am Strand ein Boot mit Flüchtlingen ankommen würde. Hätte ich Angst? Würde ich helfen (können)? Und als niemand „strandete“, war ich fast enttäuscht und fragte mich, wo die Flüchtlinge sind.

An dieser Stelle des inneren Kampfes begegnete mir auf offener Strasse dieser Spruch auf der weißen Mauer. „REFUGEES (Herz-Symbol) WELCOME.“ Ich sah ihn mehrmals an und fotografierte ihn sogar. Lächelnd, getroffen, etwas geschämt. Geschämt, so viel Angst in mir zu tragen, obwohl es mir gut geht. Obwohl ich auch Verwandten in Afrika habe.

Angst vor dem Unbekannten zu haben ist normal. Aber dran zu arbeiten, um grundsätzlich offen zu sein/bleiben ist heutzutage ein Must. Offenheit ist ein Zeichen des gegenseitigen Respekts – ich verstehe den Anderen – und eigentlich der erste Schritt zur Akzeptanz. Aber ich glaube da ist der Scheideweg. Ich kann die Angst der Pegidaner verstehen, ohne diese Gruppierung zu akzeptieren oder gar beitreten zu wollen. Umgekehrt funktioniert diese Logik auch. Also ersetzen wir das Wort „Akzeptanz“ durch „Toleranz“. Offenheit ist ein Zeichen des gegenseitigen Respekts und der erste Schritt zur Toleranz und Integration.

Das ist aus meiner Sicht ein wichtiger Wert von dem Konstrukt Europa. Ein Boden der Freiheit, wo Respekt und Toleranz das Alpha und Omega sind.

Und das ist auch das, wofür PartyBotschaft steht. Ich danke somit dem unbekannten Künstler aus Tarifa. Der Spruch hat mich wachgerüttelt und das ist gut so.

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